Donnerstag, 20. Oktober 2011

Verbraucher- und Energiepreise steigen stärker als Kaltmieten

Haus & Grund: Bedenkliche Entwicklung

München, 20. Oktober 2011. Sowohl die Verbraucherpreise insgesamt als auch die Energiepreise im Besonderen sind in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland deutlich stärker gestiegen als dieWohnungskaltmieten. Haus & Grund Bayern hält dies für eine bedenkliche Entwicklung. „Mietpreise, die hinter dem allgemeinen Preisanstieg zurückbleiben, kommen in immer mehr Fällen einem Substanzverzehr gleich. Deshalb ist eine solche Entwicklung sowohl für Vermieter wie auch für Mieter langfristig nachteilig. Nur wenn Vermieter hinreichende Mieteinnahmen erzielen, können sie in ihre Wohnungen investieren und notwendige Zukunftsinvestitionen finanzieren“, so Haus & Grund Bayern. Der Staat müsse seinen Teil dazu beitragen, dass die Wohnnebenkosten in Zukunft weniger starksteigen. So müssten die Kartellbehörden die Preisgestaltung von Energie-, Wasserversorgungs- und Müllentsorgungsunternehmen strikter kontrollieren. Zudem sei es an der Zeit, die Besteuerung von Haushaltsenergie zu reduzieren, forderte Haus & Grund Bayern. Die durchschnittliche Kaltmiete einer Bestandswohnung mit einer Wohnfläche von 70 Quadratmetern stieg zwischen 1995 und 2010 um knapp12 Prozent. Die Kaltmieten bei Erstbezug von Neubauten sanken sogar geringfügig. Hingegen sorgten insbesondere starke Energiepreissteigerungen und höhere Mehrwert- und Ökosteuern in denvergangenen 15 Jahren für spürbar höhere Wohnnebenkosten bei Gas (+85 Prozent), leichtem Heizöl(+192 Prozent) sowie Strom (+50 Prozent). Auch die Preise für Wasser und Abwasser (+34 Prozent) sowie die Müllentsorgung (+47 Prozent) seien stark gestiegen. Die Verbraucherpreise insgesamt legten um 21 Prozent zu. Die Angaben basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes sowie des Marktforschungsunternehmens Bulwien Gesa.

Einkommens- und Preisentwicklung in Deutschland
1995 - 2010
Verbraucherpreise 21,1 %
Einkommen, brutto 16,5 %
Einkommen, netto verfügbar 33,1 %

Kaltmieten
Wohnung im Erstbezug, 70 qm -0,2 %
Wohnung im Bestand, 70 qm 11,7 %

Energie- und Nebenkosten
Gas 84,9 %
Öl 191,6 %
Strom 52,5 %
Wasser 34,0 %
Abwasser 33,8 %
Müll 47,5 %

Quellen: Statistisches Bundesamt, Bulwien Gesa, eigene Berechnungen