Dienstag, 6. Mai 2014

Energieeinsparverordnung (EnEV 2014)

Am 1. Mai 2014 ist die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft getreten.
Dies sind die wichtigsten Änderungen:

Anforderungen für den Neubau


Die energetischen Anforderungen an den Neubau werden ab dem 1. Januar 2016 angehoben. Der bis dato zulässige Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung reduziert sich für ab dann neu zu errichtende Gebäude um durchschnittlich 25 Prozent. Ebenso verschärfen sich die zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten bei der Dämmung der Gebäudehülle im Mittel um 20 Prozent. Bei der Modernisierung bestehender Gebäude ist keine Verschärfung vorgesehen.

Nachrüstpflichten für den Bestand

Zukünftig müssen Standard-Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, sukzessive außer Betrieb genommen werden. Eine Verschärfung stellt auch die Nachrüstpflicht unzureichend gedämmter, oberster Geschossdecken dar.

Nachtspeicherheizungen

Eine Erleichterung gibt es für Eigentümer von Nachtspeicherheizungen. Nach der EnEV 2009 mussten elektrische Speicherheizsysteme in Mehrfamilienhäusern mit mehr als fünf Wohneinheiten, in denen ausschließlich mit diesen Geräten geheizt wurde,  nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Diese Regelung ist bereits seit Mitte Juli 2013 ersatzlos gestrichen worden,  so dass vorhandene Nachtspeicherheizungen auch zukünftig weiter genutzt werden können.

Ferien- und Wochenendhäuser


Die Ausnahmeregelungen für Ferien- und Wochenendhäuser mit begrenzter jährlicher Nutzung ist zukünftig nicht mehr nur an eine vorgesehene Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten gebunden. Sie ist auch dann anwendbar, wenn nur eine begrenzte jährliche Nutzung vorgesehen ist und der zu erwartende Energieverbrauch weniger als 25 Prozent des Energieverbrauchs einer ganzjährigen Nutzung ausmacht.

Vereinfachtes Nachweisverfahren


Mit Inkrafttreten der neuen EnEV wird auch ein vereinfachtes Nachweisverfahren für nicht gekühlte Wohngebäude eingeführt. Demnach können Wohngebäude nach bestimmten Ausstattungsvarianten errichtet werden. Bei deren Einhaltung gelten die Anforderungen der EnEV als erfüllt, ohne dass dies rechnerisch nachgewiesen werden muss.

Neue Energieausweise

Der Bandtacho im Energieausweis wurde neu skaliert. Die Energiekennwerte werden nun nicht mehr von 0 bis 400, sondern nur noch von 0 bis 250 angegeben. Zusätzlich wird eine Energieeffizienzklasse (Buchstabenlabel) eingeführt.

Alle Fragen rund um den Energieausweis haben wir Ihnen hier übersichtlich zusammengestellt.

Registrierung und Stichprobenkontrollen der Energieausweise

Energieausweise müssen zukünftig vom Aussteller mit einer Registriernummer versehen werden. Die Nummern werden zunächst zentral vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und später von einer noch zu bestimmenden Landesbehörde vergeben. Anhand der Registriernummern sollen stichprobenartige Kontrollen der Energieausweise ermöglicht werden.

Verwendung der Energieausweise


Bei der Besichtigung der Immobilie muss zukünftig der Energieausweis oder eine Kopie des Energieausweises vorgelegt werden. Ausreichend ist auch ein deutlich sichtbarer Aushang. Sollte keine Besichtigung stattfinden, ist der Energieausweis unverzüglich vorzulegen. Bei Vermietung oder Verkauf muss unmittelbar nach Vertragsschluss der Energieausweis oder eine Kopie übergeben  werden.

Kommerzielle Immobilienanzeigen


Bei Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien müssen zukünftig der Energiekennwert, die Art des Energieausweises und der Heizung, das Baujahr und der Energieeffizienzbuchstabe bei Wohngebäuden angegeben werden.