Dienstag, 4. April 2017

LG Nürnberg-Fürth: Kündigung wegen verwahrloster Wohnung zulässig

Urteil vom 23. Februar 2017, 7 S 7084/16


 


Kündigung wegen verwahrloster Wohnung zulässig


Zu viel Müll und Gerümpel in der Wohnung kann eine außerordentliche Kündigung des Vermieters rechtfertigen.

In dem zu entscheidenden Fall wurde ein Mietvertrag gekündigt, weil die Wohnung stark verschmutzt und vom Beklagten mit Gegenständen so vollgestellt war, dass unter anderem ein Raum gar nicht betreten werden konnte. Auch das Badezimmer war als solches nicht benutzbar. Hinzu kam, dass der Beklagte die Räume nur unzureichend beheizt hatte.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth ist der Ansicht, dass der Mieter dadurch, dass er die Wohnung übermäßig mit Müll und Gegenständen überfrachtete und lediglich mit einem in der Küche befindlichen Radiator beheizte, seine mietvertraglichen Pflichten verletzt hat. Deshalb war eine erhebliche Gefährdung der Mietsache gegeben. Die Kläger seien in diesem Fall sogar berechtigt gewesen, die Wohnung außerordentlich zu kündigen, weil sie den Beklagten mehrfach abgemahnt hatten. Angesichts des Zustandes der Wohnung sei es den Klägern nicht zumutbar, bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin zu warten.